Akupunktur
Die Akupunktur zielt darauf ab, den Fluss der Energie wiederherzustellen. Es heißt »das Qi muss fließen«. Ein anderes chinesisches Sprichwort lautet »fließendes Wasser stinkt nicht«. Durch eine Blockade der Lebensenergie – einer so genannten Qi-Stagnation – entstehen vielfältige Störungen im Körper. Jeder Schmerz resultiert aus einem blockierten Energiefluss. Daher lautet eine Aussage: »Schmerz ist, wo das Qi nicht fließt; bei freiem Fluss gibt es keinen Schmerz«. Außerdem wird durch einen gestörten Energiefluss auch die Funktionsweise der Funktionskreise beeinträchtigt.
Der Körper wird von 12 Energiebahnen, den so genannten Meridianen oder Leitbahnen, durchzogen. Ähnlich wie das Streckennetz der Bahn oder Flüsse eine Landschaft durchziehen, fließt die Energie durch unseren Körper. Auf diesen Leitbahnen liegen besondere Punkte, an denen die Energie besonders leicht zugänglich und von der Oberfläche her erreichbar wird. Dies sind die Akupunktur-Punkte. Vergleichbar einem Brunnen, an dem man das Grundwasser hervorholen kann. Insgesamt sind 365 reguläre Punkte beschrieben. Die einzelnen Punkte sind für ihre jeweils spezifischen Wirkungen bekannt. So gibt es tonisierende, d.h. aufbauende, und sedierende, d.h. ableitende, Punkte. Daneben kennt der Therapeut regulierende Punkte und solche für akute Erkrankungen. Eine Leitbahn hat besonderen Bezug zu einem Funktionskreis – so wirkt der Lungen-Meridian auf die Atmung, aber auch auf das Immunsystem. Punkte dieser Leitbahn werden somit bei Erkältungen in ausleitender Weise eingesetzt und prophylaktisch bei allgemeiner Infektanfälligkeit – dann jedoch stärkend.